"Es geht um Liebe, Mut und Respekt"

Die Geschichte im Kinofilm "Der Kreis" basiert auf unserem Leben und umfasst die Zeit, als wir beide etwa 25 bis 32 waren. Der Filminhalt ist aus vielen Gesprächen sowohl mit den beiden Produzenten Ivan Madeo und Urs Frey wie auch mit dem Regisseur Stefan Haupt entstanden. Das war ein langer Prozess über mehr als sieben Jahre und betraf diverse Fassungen. Stets konnten wir uns dazu äußern, konnten auf personenbezogene, inhaltliche oder chronologische Unvollständigkeiten hinweisen, bis der fertige Film vorlag.

Am Anfang stand ein klarer Entscheid, den wir sofort begrüßt und unterstützt haben: Es sollte kein intellektueller Nischenfilm über den Kreis oder uns beide werden, sondern ein Kinofilm, der ein breites Publikum anspricht. Sein Zentrum ist unsere Liebesgeschichte, die in ihrer Art in den 50er-Jahren gesellschaftliches Tabu war und nun, 60 Jahre später, bewusst die Frage aufwirft, wo und wie dasselbe Thema heute noch immer brennt.

Wenn es dem Film gelingt, eine solche Auseinandersetzung mit den Mitteln der Unterhaltung auszulösen, können und wollen wir beide – die wir jahrzehntelang für die Rechte von Schwulen und Lesben gekämpft haben – das Projekt voll und ganz unterstützen.

Das Drehbuch ist eine andere Version unserer Geschichte, aber zugleich eine Verdichtung dieser Geschichte. Sie fasziniert uns in ihrer Logik und wir fühlen die Kongruenz. Wir stehen aus voller Überzeugung hinter dem Film "Der Kreis" und wünschen ihm, den Machern und der ganzen homosexuellen Gemeinschaft, dass er jenes breite Publikum findet, das er verdient.

Röbi Rapp und Ernst Ostertag